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Unterlagen

Die folgenden Berichte wurden von der Ems-Chemie AG in Auftrag gegeben. Die Ems-Chemie verweigert die Herausgabe der Berichte oder weitergehende Informationen. Die Berichte können nur dank dem Öffentlichkeitsprinzip beim Amt für Natur und Umwelt Graubünden einverlangt werden.

Die Öffentlichkeit soll wissen, was Sache ist.

Historische Untersuchung

Büchi und Müller AG · 16. Juni 2005 · Bericht GR07041.100 · Auftraggeber: Ems-Chemie AG

Die Historische Untersuchung bildet den Ausgangspunkt aller späteren Altlastenverfahren auf dem Ems-Chemie-Areal. Sie erfasst die Geschichte der Deponie «Rusna da Furns» und weiterer 15 Standortflächen, dokumentiert was über deponierte Stoffe bekannt ist, und bewertet das Grundwasserrisiko erstmals systematisch. Die Untersuchung wurde im Auftrag der Ems-Chemie AG durchgeführt – das Unternehmen ist damit Eigentümer aller Ergebnisse.

Die Deponie geht auf betriebliche Tätigkeit ab etwa 1950 zurück. Gemäss Katastereintrag ist unbekannt, in welchem Zeitraum genau welche Stoffe abgelagert wurden. Eine vollständige Deklaration durch die Ems-Chemie liegt nicht vor.

Die Historische Untersuchung liegt nur in geschwärzter Version vor – zahlreiche Passagen zu Stoffmengen und Deponierungszeiträumen wurden unkenntlich gemacht. Was genau in der «Rusna da Furns» liegt, ist für die Öffentlichkeit nicht rekonstruierbar. Das Unternehmen kontrolliert, was bekannt wird.

(Schwärzung von Personennamen begrüssen wir, sofern diese nicht verantwortlich für die Deponierung waren.)

Technische Untersuchung Etappe 1: Grundwasser-Fliessregime

CSD Ingenieure AG · 29. Oktober 2013 · Bericht GR07041.300.11 · Auftraggeber: Ems-Chemie AG

Die Etappe 1 untersuchte zwischen März und August 2013, wie das Grundwasser unter dem Ems-Chemie-Areal fliesst. Dazu wurden Logger in Piezometern installiert, Handmessungen und Pumpversuche durchgeführt. Ziel war es, den «unmittelbaren Abstrom» der Deponie zu definieren.

Der Bericht korrigiert eine zentrale frühere Annahme: Die Bohrung SB1/07, die bisher als Obstrom-Messstelle (Zulauf) galt, liegt tatsächlich im seitlichen Abstrom der Deponie. Die dort nachgewiesene chemische Belastung stammt damit aus der Deponie. Der Bericht empfiehlt zwei neue Bohrungen im direkten Abstrom.

Der Bericht zeigt eine präferenzielle Fliessrinne unter der Deponie in Richtung der Pumpwerke. Trotzdem blieben neue Messstellen sieben Jahre lang aus – erst 2020 wurden die empfohlenen Bohrungen erstellt. In dieser Zeit sickerten nachweislich Schadstoffe weiter. Der Bericht ist in Teilen geschwärzt.

Technische Untersuchung Etappe 2 & 3

CSD Ingenieure AG · 12. Mai 2023 · Bericht GR07041.400 · Auftraggeber: Ems-Chemie AG

Dieser Bericht ist der zentrale Untersuchungsbericht zum aktuellen Verfahren. Er fasst die Ergebnisse der Grundwasserbeprobungen von 2020, 2021 und 2022 zusammen – darunter eine Isotopenuntersuchung zur Herkunft des Trichlorethens im Pumpwerk Bagliel.

Befunde zur Deponie: Im direkten Abstrom (SB3/20) wurden Trichlorethen (TCE), cis-1,2-Dichlorethen, Tetrachlorethen (PCE), Vinylchlorid (bei einer von zwei Messungen über dem AltlV-Schwellenwert) und Fluorid nachgewiesen. Der Bericht schlägt vor, die Deponie als «belasteter Standort mit Überwachungsbedarf» einzustufen – nicht als sanierungsbedürftig.

Befunde zum Pumpwerk Bagliel: TCE im kommunalen Pumpwerk nachweisbar. Die Isotopenuntersuchung sollte klären, ob Pumpwerk und Deponieabstrom zusammenhängen. Das Ergebnis blieb ohne eindeutige Zuordnung – dh. es kann laut Kanton „nicht zweifelsfrei“ belegt werden, dass die Deponie Rusna da Furns die Verursacherin ist. Dabei gilt gemäss Altlastenverordnung Art. 1bis Abs. a: Sobald Schadstoffe im Trinkwasser nachweisbar sind, muss saniert werden.

Auftraggeber bestimmt die Einstufung: Sämtliche Berichte wurden von der Ems-Chemie finanziert. Die Empfehlung, keine Sanierung zu verfügen, stammt aus einem Gutachten des Unternehmens, das ein direktes wirtschaftliches Interesse am Ausgang hat.

Sieben Jahre Verzögerung: Zwischen Etappe 1 (2013) und den neuen Bohrungen (2020) vergingen sieben Jahre. Warum, ist öffentlich nicht erklärt. Die Deponie selber wurde bis heute nie untersucht.

Isotopenuntersuchung ohne Ergebnis: Das einzige Instrument zur eindeutigen Quellenbestimmung blieb ergebnislos. Der Kausalzusammenhang zwischen Deponie und Pumpwerkbelastung ist wissenschaftlich nicht bewiesen – aber auch nicht ausgeschlossen. Die Ems-Chemie zieht daraus den Schluss: keine Sanierung.