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Die Altlasten der Ems-Chemie

Die Ems-Chemie AG (früher Hovag, dann Emser Werke) ist seit 1941 in Domat/Ems ansässig. Das Unternehmen ist heute auf Hochleistungspolymere spezialisiert und wird von Magdalena Martullo-Blocher geführt, der Tochter von Christoph Blocher, der das Unternehmen 1983 übernahm.

Die Deponie «Rusna da Furns» ist eine von insgesamt 16 Deponiestandorten auf dem Ems-Chemie-Areal, die im Rahmen des Altlastenverfahrens untersucht wurden. Die übrigen 15 Standorte wurden als weder überwachungs- noch sanierungsbedürftig eingestuft. «Rusna da Furns» hingegen wurde 2007 als belastet und überwachungsbedürftig in den kantonalen Kataster der belasteten Standorte aufgenommen.


Das Buch «Nylon und Napalm»

Die Frühgeschichte der Emser Werke ist Gegenstand des 2022 erschienenen Buchs «Nylon und Napalm – Die Geschäfte der Emser Werke und ihres Gründers Werner Oswald» der Zürcher Historikerin Regula Bochsler. Das knapp 600 Seiten starke Werk entstand über vier Jahre, ohne Zugang zum Firmenarchiv der Ems-Chemie, der Bochsler verweigert wurde.

Das Buch beleuchtet unter anderem die Anfänge des Unternehmens in den 1940er Jahren, Verbindungen zu deutschen Beratern mit NS-Vergangenheit sowie die Produktion eines Brandkampfstoffs («Opalm»), der in Bürgerkriegen eingesetzt wurde. Für das aktuelle Altlastverfahren ist das Buch kein unmittelbarer Bestandteil – es liefert jedoch Kontext für die Unternehmensgeschichte.

«Das Verhältnis des Kantons mit einem Privatunternehmen war schon fast symbiotisch. Mit Blick auf die Demokratie kann das gefährlich sein.»

Regula Bochsler, Historikerin, über das Verhältnis von Kanton GR und Hovag/Ems-Chemie – Südostschweiz, November 2022

Artikel Südostschweiz, Aus dem Giftschrank der Ems-Chemie

SRF-DOK: Ems-Chemie – Dunkle Helfer nach dem Zweiten Weltkrieg


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